Inhalt

WORKSHOP 1

Titel: Autistmus-Spektrum-Störungen – psychologische Diagnostik und aktuelle Situation der Diagnostik in der Slowakei und in Österreich

Vortragende:
Mag. Roxane Sousek, Mgr. Jana Čajágiová
PhDr. Jiřina Kántorová


Obwohl das Autismus-Spektrum international immer mehr zur „Modediagnose“ wurde, besteht in der Slowakei und Österreich immer noch wenig Fachwissen über Erscheinungsbild, (neuro-) psychologische und biologische Hintergründe sowie die spezifische Diagnostik.

In dem Workshop soll neben einem kurzen Abriss der geschichtlichen Entwicklung und aktuellen Situation autistischer Menschen in der Slowakei und Österreich ein möglichst ganzheitliches Bild der Symptomatik, Differentialdiagnose, der Ursachen, psychologischen Theorien und der Prognose beleuchtet werden. Im zweiten Teil wird der Fokus auf praxisorientierter Diagnostik des Spektrums liegen. Die Teilnehmer sollen einen Einblick in die gängigen Diagnoseinstrumente, insbesondere Screeningverfahren, ADI-R und ADOS sowie Entwicklungsverfahren bekommen. Methodisch werden Vortrag, Kleingruppenarbeit und Videodemonstrationen eingesetzt.

WORKSHOP 2

Titel: Das Asperger-Syndrom: Fakten, Diagnostik & Beratung

Vortragende:
Dr. Kathrin Hippler

Der Workshop richtet sich an Personen, die mit Kindern und Jugendlichen mit Asperger-Syndrom oder high functioning Autismus arbeiten (z.B. PädagogInnen, TherapeutInnen, PsychologInnen). Neben einigen vertiefenden Inputs zur Diagnose und den Besonderheiten von Kindern mit Asperger-Syndrom bezüglich Lernen und Wahrnehmung mit Fallbeispielen, werden die spezifischen diagnostischen Methoden sowie Strategien zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Asperger-Syndrom dargestellt. Hierbei wird insbesondere  auf Interventionen im häuslichen und schulischen Alltag,  Möglichkeiten zur Förderung  von Sozialkompetenz (z.B. Social Stories®), Beratung von Eltern sowie Umgang mit schwierigen Situationen eingegangen.

WORKSHOP 3

Titel: Autismus – Ein Überblick aus medizinisch- psychiatrischer und psychotherapeutischer Sicht

Vortragende:
Dr. med. Eftichia Duketis

Als tiefgreifende Entwicklungsstörung erfordert Autismus noch stärker als die meisten kinderpsychiatrischen Störungsbilder sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie einen interdisziplinären Ansatz. Im diagnostischen Prozess und auch im Management der Störung sind neben Kinder- und Jugendpsychiatern v.a. Neuropädiater, (Heil-) Pädagogen sowie Fachtherapeuten (Ergo-, Physiotherapeuten sowie Logopäden) involviert.

Der 2-tägige Workshop soll einen Abriss über das Management und die Therapie autistischer Störung aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht geben- u.a. am praktischen Beispiel der Arbeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Frankfurt.

Als Hinführung zu Möglichkeiten der Therapieplanung wird im ersten Teil ein Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu den Ursachen autistischer Störungen bzw. zu untersuchten Risikofaktoren gegeben werden. Darüber hinaus werden Konzepte (medizinisch- psychiatrisch relevanter) Komorbiditäten aufgezeigt sowie Arbeiten zum Langzeitverlauf und prognostischen Faktoren diskutiert. Im zweiten Teil wird ein Überblick gegeben über: (1) die Relevanz medizinisch-psychiatrischer Untersuchungen in der Diagnostik- Phase (2) psychopharmakologischen Behandlungsoptionen und deren wissenschaftliche Evidenz sowie zu (3) evaluierten psychotherapeutischen Verfahren. Fallbeispiele sollen die Relevanz und die Herausforderungen des Managements und der Therapie von Autismus verdeutlichen. Zur Komplettierung des Bildes werden die praktische Herangehensweise sowie die Organisationsstrukturen der Autismus-Sprechstunde und des Autismustherapiezentrums der Kinder- und Jugendpsychiatrie Frankfurt vorgestellt.

WORKSHOP 4

Titel: Der TEACCH Ansatz

- Förderdiagnostik (PEP-R/PEP3)
- Einblicke in die praktische Arbeit nach TEACCH   


Vortragende:
Mag. Patricia Weibold

Inhalt des zweitägigen Seminars bilden die Förderdiagnostik bzw. Anwendung spezieller Verfahren (PEP-R/PEP-III), welche im Rahmen des TEACCH Programms entwickelt wurden sowie die praktische Arbeit nach TEACCH.

Im Rahmen der pädagogischen Förderung nach dem TEACCH-Ansatz kommen diverse förderdiagnostische Verfahren zum Einsatz. Mittels des PEP-R/PEP-III Verfahrens (Entwicklungs- und Verhaltensprofil für Kinder) werden die jeweiligen Stärken und Schwächen des Kindes erhoben, die die Grundlage für die weitere Förderplanerstellung darstellen. Die Teilnehmer erhalten im Rahmen des Seminars die Möglichkeit sich mit dem PEP-R, den Aufgabenstellungen und dem Testmaterial (u.a. mittels Videobeispiele) vertraut zu machen. Anschließend werden Unterschiede zum PEP-III Verfahren aufgezeigt und diskutiert.

Am zweiten Seminartag widmen wir uns der praktischen Arbeit nach TEACCH und setzen uns im Speziellen mit alltagspraktischen Hilfen auseinander. Diverse Inhalte werden anhand konkreter Fördermaterialien, Fotos, und Videobeispielen veranschaulicht bzw. den Teilnehmern näher gebracht.

WORKSHOP 5

Titel: Das MentorInnensystem für SchülerInnen mit ASS im integrativen Schulsystem in Wien

Vortragende:
Dipl.-Päd. Sabrina Haider
Dipl.-Päd. Mag.a Andrea Lanner


In der täglichen pädagogischen Arbeit mit Schülerinnen und Schülern mit einer Autismus-Spektrum-Störung entstehen immer wieder neue Herausforderungen für Pädagoginnen und Pädagogen sowie für Eltern und Erziehungsberechtigte. Eine spezielle Vorbereitung und Sensibilisierung aller Beteiligten, das Schaffen adäquater Rahmenbedingungen, das Einlassen auf ungewohnte Blickwinkel, sowie das Wissen über neue methodisch-didaktische Handlungsmöglichkeiten stellen wesentliche Grundlagen für die Begleitung und Förderung von Entwicklungsprozessen dar.

Das Wiener integrative Schulsystem ermöglicht durch das MentorInnen- System eine spezielle Begleitung der Kinder und Jugendlichen mit ASS sowie deren Pädagoginnen und Pädagogen. In einem einführenden Vortrag werden die Entstehung und Entwicklung des Projekts dargestellt. Es werden die Organisation und Aufgabenbereiche der Mentorinnen und Mentoren aufgezeigt und durch ein Fallbeispiel aus der Praxis näher veranschaulicht. Des Weiteren werden allgemeine pädagogische Lösungsansätze, die für einen gelungenen Integrations- und Partizipationsprozess bedeutsam sind, beschrieben.

Im zweiten Teil geben die Referentinnen einen Einblick in ihre pädagogische Arbeit. In einem „Best-Practice“ Workshop zeigen sie anhand von praxiserprobten Materialen, Formen und Möglichkeiten von visueller Strukturierung und präsentieren anhand von Fotos und Filmen deren praktischen Einsatz und Anwendung. Ergänzend wird der Bereich der Kommunikation zur adäquaten Unterstützung von SchülerInnen mit ASS beleuchtet.

Abschließend besteht die Möglichkeit einer Diskussion, um offene Fragen zu beantworten.